Nach dem Angriff auf die Moschee in Heidkamp gibt es in der Stadtgesellschaft eine Welle der Solidarität mit der Islamischen Gemeinde Bergisch Gladbach
FäkalienanschlagSolidaritätswelle mit der Islamischen Gemeinde

Beschmiert: die Moschee in Heidkamp
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Nach dem Fäkalienanschlag auf die Abu Bakr-Moschee im Stadtteil Heidkamp vom Dienstag haben sich führende Politiker der Stadt und die katholische Kirche hinter die Islamische Gemeinde Bergisch Gladbach gestellt und den Angriff scharf verurteilt.
Gladbachs Bürgermeister Frank Stein (SPD) reagiert empört auf den Angriff und sendet eine Solidaritätsbekundung an die Islamische Gemeinde: „Unsere Gesellschaft ist vielfältig und tolerant. Noch vor wenigen Tagen haben wir gemeinsam mit unseren islamischen Brüdern und Schwestern den Ramadan mit dem Fastenbrechen gefeiert.“
Fest und freundschaftlich an der Seite der Moscheegemeinden
Die muslimischen Gemeinden gehörten zu Gladbach wie alle anderen Konfessionen und Religionen. „Wir stehen fest und freundschaftlich an der Seite der Moscheegemeinden.“ Er hoffe, dass die Täter schnell ermittelt werden: „Die Religionsfreiheit und der Respekt voreinander sind Grundfesten unserer Demokratie.“
„Die widerlichen Schmierereien an der Moschee der Islamischen Gemeinde sind entsetzlich!“, sagt Alexander Felsch, Bürgermeisterkandidat der CDU für Bergisch Gladbach. Felsch weiter: „So etwas werden wir in Gladbach niemals tolerieren.“
Der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Lucke erklärt: „Diese abscheuliche Tat ist ein Schlag gegen das friedliche Leben in unserer Stadt und durch nichts zu rechtfertigen.“ Religionsfreiheit sei ein Grundpfeiler der Demokratie. „Eine solche Tat muss konsequent verfolgt und verurteilt werden.“ Die Politiker Felsch und Lucke hatten sich bereits am Mittwochvormittag über den Social-Media-Kanal Instagram geäußert.
Zusammenhalt der Kulturen
Am Donnerstag ergänzte Felsch: „Ich finde es klasse, dass gestern durch die schnelle und unentgeltliche Hilfe eines Gladbacher Reinigungsunternehmens die Außenwand der Moschee in Rekordzeit wieder gereinigt war. Das macht die Tat nicht ungeschehen, zeigt aber den engen Zusammenhalt in unserer Stadt, die für Toleranz und das Miteinander von Kulturen und Religionen steht.“
In einem gemeinsamen Brief an den Vorsitzenden der Islamischen Gemeinde Bergisch Gladbach, Karim Tollih, haben Kreisdechant Norbert Hörter und Pfarrer Christoph Bernards (St. Joseph und St. Antonius, Bergisch Gladbach-Herkenrath) ihre Verbundenheit gezeigt.
Die Stellungnahme in Auszügen: „Als katholische Kirche in Bergisch Gladbach bringen wir unser Entsetzen zum Ausdruck, dass Gotteshäuser beschmiert und religiöse Gefühle in den Schmutz gezogen werden. Wir setzen uns für ein friedliches Miteinander und einen wertschätzenden Umgang miteinander ein.
Jeder und jede hat das Recht, seine Religion frei und ohne Angst auszuüben. Als Christinnen und Christen zeigen wir uns mit den Menschen muslimischen Glaubens, die in ihren Gefühlen verletzt wurden und die um Sicherheit besorgt sind, solidarisch.“